Fahrzeugkommunikation als Schlüsseltechnologie
für Fahrsicherheit
Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes
arbeitet an kommunika-tionsgestütztem Fahrerassistenzsystem.
Wer kennt das nicht: unvorhersehbare und gefährliche
Situationen im Straßen-verkehr? Glätte, plötzlich verminderte
Sicht, ein Hindernis auf der Fahrbahn oder Bauarbeiten stellen ein Gefahrenpotential
für alle Verkehrsteilnehmer dar. Nicht immer gelingt es, die Gefahrenpunkte
rechtzeitig zu bemerken, so dass Verkehrsunfälle die Folge sind.
Derzeit beschäftigen sich saarländische Wissenschaftler in dem
EU-Projekt PReVENT und dem Teil-Projekt WILLWARN (Wireless Local Danger
Warning) mit diesem Thema. Hauptziel ist es, die Unfallzahlen auf europäischen
Straßen, insbesondere die Anzahl der Verkehrstoten, bis zum Jahr
2010 um 50% zu reduzieren.
WILLWARN stellt durch sein System zur Gefahrenerkennung
und der dezentralen Verteilung von Warnmeldungen von Fahrzeug zu Fahrzeug
durch Car-to-Car-Kommunikation eine neue Dimension in der Fahrsicherheit
dar.Autos können über ein mobiles Netzwerk Informationen über
mögliche Gefahren austauschen – beispielsweise ob Glatteis
droht oder Nebel zu erwarten ist. Die Warnmeldungen aus entgegen kommenden
oder voraus fahrenden Fahrzeugen ermöglichen anderen Fahrern ihre
Geschwindigkeit zu reduzieren, den Abstand zum voraus fahrenden Fahrzeug
anzupassen oder glatte Fahrbahnpassagen zu umfahren und bewahren sie somit
vor unvorhergesehenen und gefährlichen Verkehrssituationen.
Heute ist nahezu jedes Fahrzeug bereits mit zuverlässigen
elektronischen Systemen (ABS oder ESP) zur Fahrsicherheit ausgestattet.
Die Informationen der elektronischen Systeme können nun kooperativ
zur Gefahrenerkennung und Warnmeldung genutzt werden. Durch Datenfusion
und logische Kombination kann jedes Auto mit dem System WILLWARN ausgestattet
werden und so als Sensor fungieren und dadurch für mehr Sicherheit
im Straßenverkehr sorgen.
Das PReVENT-Teilprojekt WILLWARN leistet einen wichtigen
Beitrag zur Wettbe-werbsfähigkeit der europäischen Automobilindustrie
und hat u.a. die Etablierung der europäischen Forschung auf dem Gebiet
der Straßenverkehrssicherheit zum Ziel.
Unter Leitung der Saarbrücker HTW-Professoren Horst
Wieker und Wolfram Seibert beteiligt sich die Hochschule für Technik
und Wirtschaft des Saarlandes (HTW) gemeinsam mit den Instituten FORGIS
Institut für Fahrzeug- und Umwelttechnik und Eurotec Solutions im
Rahmen des EU-Forschungsprojektes, an der Entwicklung des „100%
sicheren Autos“ der Zukunft.
In weiteren Projekten soll untersucht werden, wie die Systeme
zur Fahrzeug-kommunikation auch in der Kommunikation zu weiteren Verkehrsteilnehmern,
z.B. Fußgängern und für die Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation
eingesetzt werden können.
Kontakt
FORGIS gGmbH
Joachim Boes
Altenkesselerstraße 17/ D2
D-66115 Saarbrücken Telefon +49 (0) 681 830 788 24 Telefax +49 (0) 681 830 788 12
E-Mail

|